Sollte wirklich jedes Unternehmen auf sozialen Netzwerken präsent sein? Auf jeden Fall! Wir erklären, weshalb ein gepflegter Social-Media-Auftritt heutzutage ein absolutes Muss ist und welche Chancen dadurch entstehen.

Wie alles begann…      

Durch die Erfindung des militärischen Netzwerks ARPANET im Jahr 1969 in den USA und der darauffolgenden Entstehung des Internets kam es seit Mitte der 90er Jahre zu vielen Veränderungen in der Kommunikation und auch im Marketing. Die traditionellen Massenmedien haben an Relevanz verloren und das World Wide Web wurde zunehmend wichtiger.

Wachsende Relevanz von sozialen Medien       

86 Prozent der Schweizer sind heutzutage regelmässsig online. Mehr als die Hälfte von ihnen nutzt soziale Netzwerke. Über klassische Marketing-Massnahmen sind viele Menschen daher kaum noch erreichbar. Durch diese Erneuerung der Kommunikationsstrukturen und des Kommunikationsverhaltens sowie durch den Wandel der Medienlandschaft war ein Handlungsbedarf im Marketing erforderlich. Umfragen zeigen, dass heutzutage viele Konsumenten von Unternehmen einen gepflegten Auftritt auf sozialen Netzwerken erwarten. Neun von zehn Schweizer Unternehmen sind mittlerweile in den sozialen Medien aktiv und nutzen die vielen Vorteile, welche sich ihnen bieten.

Besonderheiten im Social Web

Social Media unterscheidet sich von anderen Medien dadurch, dass jeder Nutzer Inhalte erstellen, kommentieren und erweitern kann. Menschen tauschen online Ideen, Content und Gedanken aus und können Beziehungen zu anderen Nutzern herstellen. Sie verfassen eigene Beiträge, kommentieren die anderer und sie bewerten bspw. auf Facebook gerne offizielle Facebookseiten von Organisationen und deren Produkten. Ihnen ist es nun möglich, sehr einfach ihre Meinung online zu äussern, Bewertungen abzugeben oder selbst publizistisch tätig zu werden. Nutzer zeigen mehr denn je, ob ihnen Beiträge oder Unternehmen gefallen und lassen dies auch ihre Kontakte wissen.

Neue Form des Kundendialogs        

Folglich ist das Internet kein rein textbasiertes Informations- und Kommunikationsmedium mehr, sondern auch Aktions-, Informations-, Unterhaltungs- und Serviceplattform sowie Distributionskanal. Unternehmen können auf sozialen Netzwerken beobachten, wie sich mögliche Kunden äussern. Sie engagieren sich bewusst und geplant im Social Web und verfolgen das Ziel, online eine positive Reputation aufzubauen. Die reine Präsenz auf einer Plattform reicht daher nicht aus, sondern es bedarf dem zielgerichteten Austausch von Inhalten und Diskussionen unter Nutzern. Ständige Pflege ist hierfür die Voraussetzung, um die Aktualität zu gewährleisten und um auf Posts und Kommentare anderer Nutzer des Netzwerks reagieren zu können und gegebenenfalls auch kritischen Entwicklungen entgegenzuwirken. Nachrichten und Informationen werden nun nicht mehr nur veröffentlicht, sondern von Unternehmen wird erwartet, dass sie bereit sind, den Dialog aufzubauen, zu pflegen und Barrieren abzubauen, damit Kommunikationswege in beide Richtungen offen sind. Ein klarer Vorteil gegenüber anderen Arten von Online-Marketing ist, dass das Unternehmen näher am Kunden ist und ein Kundendialog einfacher entstehen kann. Deswegen ist es wichtig, Fragen zuzulassen, somit Transparenz zu schaffen und die Chance zu nutzen, Bedürfnisse der möglichen Kunden zu erfahren.

Bessere Aktualität, Reputation und Reichweite  

Hat ein Unternehmen auf einem sozialen Netzwerk viele „Fans“ oder „Follower“, so können diese regelmässig durch Posts oder Story-Beiträge über Aktuelles, Produkte oder Dienstleistungen informiert werden. Natürlich sind auch für Netzwerker, die mit dem Unternehmen bislang nicht verknüpft sind, diese Beiträge einzusehen. Je mehr Menschen auf die Posts reagieren, desto besser, denn somit entsteht eine grössere Reichweite und auch andere Kontakte werden auf das Unternehmen aufmerksam. Der Aufbau einer Community ist zudem nachhaltig, denn Fans sehen auf ihrer Startseite immer wieder neue Beiträge des Unternehmens.          
Die Veröffentlichungen sollten an den Marketing- und Unternehmensziele angepasst werden. Durch geeignete Inhalte kann die gewünschte Reputation verbessert und die Bekanntheit vergrössert werden, damit Neukunden gewonnen werden. Zudem sorgen Beiträge, teilweise auch mit Verlinkungen zur Website, wiederum für mehr Traffic auf dieser.

Grosse Werbewirkung   

Social Media bietet grosse Vorteile zur klassischen Werbung, da diese oft als lästig empfunden wird und der Informationsüberschuss zu Ignoranz und Ausblendung führt. In sozialen Netzwerken hingegen wird der Kunde subtil angesprochen, Inhalte weiterzutragen. Dies geschieht durch das Kommentieren oder Teilen eines Beitrags, das wiederum anderen Kontakten angezeigt wird. Wenn Freunde über eine Plattform Informationen austauschen, die sie als interessant empfinden und sie über ein Unternehmen oder ein Produkt schreiben, erhält diese Kommunikation eine wesentlich höhere Aufmerksamkeit, verglichen mit der Verbreitung dieser Informationen über klassische Medien. Viele Studien belegen, dass eine Empfehlung von Freunden eine 4-5-fach grössere Werbewirkung hat als die direkte Kommunikation zwischen Unternehmen und potenziellen Kunden.       
Auf Plattformen wie Facebook können Onliner zudem Bewertungen für eine Facebookseite, also für ein Unternehmen oder dessen Produkte bzw. Dienstleistungen, hinterlassen. Durch positive Bewertungen können somit weitere Netzwerker überzeugt werden, ebenfalls Kunden zu werden. Ist ein Internetnutzer bspw. auf der Suche nach einem Dienstleister oder nach einem Produkt und stösst auf eine gepflegte Facebookseite und auf Empfehlungen, wirkt dies vertrauenswürdig und verkaufsfördernd.

Gezielte und kostengünstige Ansprache

Ein besonderer Vorteil der Social-Media-PR ist, dass KMUs ein grosses Publikum auf eine schnelle Art kostengünstig ansprechen können und die beworbenen Produkte oder Dienstleistungen eine grosse Aufmerksamkeit erhalten. Auf Facebook und Instagram können – im Gegensatz zu herkömmlichen Marketingkanälen der Massenmedien – Kampagnen geschalten werden, die exakt auf potenzielle Kunden zugeschnitten sind. Seine Zielgruppe gut zu definieren und diese zu kennen ist daher ein wichtiger Grundstein eines erfolgreichen Social-Media-Marketings. Erst dadurch wird eine persönliche Ansprache ermöglicht und die potenzielle Werbewirkung erhöht, indem bestimmte Adressatengruppen mit massgeschneiderten Informationen gezielt angesprochen werden. Statistik-Tools helfen anschliessend bei der Auswertung einer Kampagne. Somit können direkt Rückschlüsse gezogen werden. 
Durch soziale Netzwerke werden auch Gruppen erreicht, die man mit den etablierten Marketingansätzen, wie der Tageszeitung, nur schwer erreichen kann, beispielsweise jüngere Zielgruppen. Aber auch ältere Generationen sind über soziale Netzwerke zu adressieren, denn in den letzten Jahren kam es zu einem starken Zuwachs älterer Internetnutzer und Netzwerker.

Fazit

Die richtige Verwendung von sozialen Netzwerken bringt viele Vorteile für KMUs mit sich. Ein gepflegter Auftritt auf den geeigneten Plattformen sowie eine durchdachte Social-Media-Strategie sind hierfür Voraussetzung. point break betreut eine Vielzahl verschiedener KMUs in diesem Fachgebiet und hilft auch Ihnen gern, die geeignete Strategie für Ihr Unternehmen zu finden.

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Quellen:

Eimeren, Birgit van / Frees, Beate (2014): 79 Prozent der Deutschen online – Zuwachs bei mobiler Internetnutzung und Bewegtbild. Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014. In: Media Perspektiven 2014 (7-8), S. 378–396.

Mende, Annette / Oehmichen, Ekkehardt / Schröter, Christian (2013): Gestaltwandel und Aneignungsdynamik des Internets. Befunde aus den ARD/ZDF-Onlinestudien 1997 bis 2012. In: Media Perspektiven 2013 (1), S. 33–49.

Schindler, Marie-Christine / Liller, Tapio (2012): PR im Social Web. Das Handbuch für Kommunikationsprofis. Medienwandel und Web 2.0 verstehen. Von Praktikern und Experten lernen. Nachhaltige Strategien entwickeln. 2. Aufl. Köln: O’Reilly Verlag.

Schultz, Eva (2019): Statistiken zur Nutzung sozialer Medien in der Schweiz. Onl. Verfügbar unter https://de.statista.com/themen/2782/social-media-in-der-schweiz/

Scott, David Meerman (2010): Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Web 2.0. Wie Sie im Social Web News Releases, Blogs, Podcasting und virales Marketing nutzen, um Kunden zu erreichen. Unter Mitarbeit von Reinhard Engel (Übersetzer). 2., aktualisiert. Heidelberg, München, Landsberg, Frechen, Hamburg: Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH.

Stöber, Rudolf (2003): Mediengeschichte. Die Evolution „neuer“ Medien von Gutenberg bis Gates. Eine Einführung (Studienbücher zur Kommunikations- und Medienwissen-schaft). Wiesbaden: Westdeutscher Verlag (2 Film, Rundfunk, Multimedia).

Töpfer, Teja / Schroeter, Benjamin (2012): Facebook als zentrale Säule von Social Media. In: Hebbel-Seeger, Andreas / Riehm, Philipp (Hg.): Kunde 2.0 – Wie Unternehmen Social Media Nutzen. Berlin: Erich Schmidt Verlag, S. 69–77.

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